Fünfte Demonstration gegen den Einkaufskoloss

Mit knapp 100 Demonstranten wurde die 5. Demonstration gegen das geplante ECE-Center erfolgreich bestritten. Sprecher Andreas Syré von ATTAC betonte, dass das, was man in den Läden des ECE-Centers vermeintlich sparen will, anderen Menschen genommen wird.

Die Rede von Frau Henke stellen wir gerne hier zur Verfügung:

“Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Singener,

mein Name ist Regina Henke und ich begrüße Sie herzlich zur heutigen Kundgebung der Bürgerinitiative „Für Singen“.

Wir kämpfen nach wie vor für unsere Stadt und rufen Sie auf, am 17. Juli zur Wahl zu gehen und mit Nein gegen den geplanten Shopping-Koloss zu stimmen. Sollten Sie am 17. Juli nicht zu Hause sein, nutzen Sie unbedingt die Möglichkeit der Briefwahl!

Wenn es uns gelingt, die Singener Bevölkerung wach zu rütteln und mit unseren Argumenten zu überzeugen, können wir es schaffen, den Bürgerentscheid für uns zu entscheiden!

Unsere Visionen für die Stadt gründen sich wesentlich auf das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit ist, wenn man bei Wikipedia nachschlägt, ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der neuen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.

Der Bau dieses überdimensionierten Centers widerspricht dem Prinzip der Nachhaltigkeit in solch eklatanter Weise, dass es wirklich unbegreiflich erscheint, dass die Befürworter des Centers, das nicht erkennen können – Weder werden die wesentlichen Eigenschaften und die Stabilität der Stadt bewahrt, noch könnte sich die Stadt in ihrer gewachsenen Struktur, wenn auf einen Schlag 80 Läden dazukommen, jemals davon erholen!

Umso erstaunlicher ist es – und jetzt zitiere ich aus dem so treffenden Leserbrief von Candida ten Brink „nachdem es neben Conti, Hegautower und Kunsthallenareal doch nun schon genügend Mahnmale des kurzsichtigen, giergesteuerten Größenwahns in Singen zu beklagen gibt“!

Wir wünschen uns nachhaltige Konzepte für Singen, das spart Geld und ermöglicht der Stadt ihre Weiterentwicklung! Nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird  der Stadt dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg sichern! Selbst führende Star-Ökonomen, wie der Wirtschaftsnobelpreisträger George Akerlof, widersprechen der Meinung, dass freie Märkte und freier Wettbewerb grundsätzlich die besten Voraussetzungen für allgemeinen Wohlstand sind und andere Wirtschaftsexperten wissen längst, dass der eigentliche Wachstumsmotor, gößter Arbeitgeber und Rückgrat der deutschen Wirtschaft der Mittelstand ist. Nachhaltiges Wirtschaften ist im Mittelstand keine Managementmode, sondern Teil seines Wesenkerns: eine bewusste Orientierung an menschlichen Werten und einer langfristig orientierten Geschäftspolitik.

Deshalb möchten wir in Singen unsere Souveränität nicht an einen Großkonzern verkaufen.

Singen könnte sich von anderen Städten abheben – mit ihrer guten Mischung aus inhabergeführten Läden und Filialisten – mit ihrer zentralen Lage und noch überschaubarem Verkehr, mit ihrer Industrie genauso wie ihrer Kunst, Kultur und dem vielen Grün drum herum – ein Center hat fast jede Stadt – das ist nichts Besonderes!

Bunt und fröhlich sein – das reicht nicht als Zukunfts-Konzept für eine Stadt! Und die Aussicht allein auf noch mehr Konsum – das macht auf Dauer nicht fröhlich!

In diesem Sinne möchte ich nun das Wort an Herrn Andreas Syré von der Singener Gruppe attac geben, der das geplante ECE-Center aus globalisierungskritischer Sicht betrachten wird.

Im Anschluss bewegen wir uns wieder rund um den geplanten Bau, um die Dimensionen dieses Centerkolosses immer wieder klar zu machen.”

 

 

Wir bleiben klar bei unseren Forderungen:

Dieses Center ist zu groß! Künftige Handelsflächen sollten sich auf das „Holzer-Areal“ beschränken! Die städtischen Grundstücke im Zoll-Areal dürfen nicht den Plänen des Investors geopfert werden, denn sie bieten Möglichkeiten zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum.

Einige Impressionen: