Ist das ECE-Projekt eine einmalige Chance für Singen?

Das ECE-Center wird von vielen Befürwortern nicht nur als große Chance in punkto Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten gesehen, sondern auch als wichtiger Schritt, Singen städtischer zu gestalten. In der Tat ist es so, dass die derzeitige Innenstadtgestaltung wenig Raum für ein Innehalten bietet. Auch ist der Holzerbau zweifelsohne ein architektonisches Missverständnis. Der Wunsch von Singener Bürgern nach einer attraktiveren Stadt, die mehr Lebensqualität und Einkaufserlebnisse bietet, ist daher verständlich und berechtigt. Jedoch ob er mit einem anonymen Gebäude eines Hamburger Großinvestors langfristig erfüllt werden kann, ist zumindest fragwürdig. Deutschlandweit ist das Modell der Shoppingcenter auf dem absteigenden Ast. Die Umsätze sind rückläufig, der Markt gesättigt und viele Center haben den Anschluss an die digitale Welt verpasst.

Ein eher altersschwaches Geschäftsmodell also. Eine einmalige Chance für Singen ergibt sich vielmehr aus dem, was man aus dem Holzer-Areal machen kann. Es ist die einmalige Chance, nicht einem Zug aufzusitzen, dem längst die Kohlen ausgegangen sind, sondern ein Ausrufzeichen für die Region zu setzen. Das Areal könnte für eine Mischbebauung genutzt werden, in der Wohn-, Arbeits- und Einkaufsfläche angesiedelt werden. Ein belebter Innenhof, mit Café und Sitzmöglichkeiten, freies W-Lan – das wäre Stadtentwicklung, die nachhaltige Chancen für Singen bietet, auch im Wettbewerb mit Städten der Region und dem Internethandel. Vielleicht die bessere Alternative, anstelle das 184. Shoppingcenter der Bundesrepublik zu werden?“