Reichen 25000 Euro?

OB Häusler verwahrte sich beim Bürgerforum am 5.7., dass ECE über die Stiftung „Lebendige Stadt“ sich mit 25.000 Euro für das Streichen der Bahnhofunterführung das Wohnwollen der Gemeinderäte „gekauft“ habe. Nein, 25.000 Euro reichen sicher nicht aus, den gesamten Gemeinderat zu kaufen, vielleicht aber sich seines Wohlwollens zu versichern. Wie die Stiftung Lebendige Stadt der Familie Otto Lobbyarbeit macht  wird hier beschrieben: http://www.ruhrbarone.de/ece-stiftung-lebendige-stadt-so-geht-lobbyismus/30191

Alle Gutachten seien außerdem von der Stadt bezahlt, so der OB. So weit, so gut. Sollen doch gemäß Verkehrsgutachten für das Regierungspräsidium ca. 80 % der künftigen Besucher des ECE welche mit dem PKW anreisen vom angestammten Handel in Singen kommen und werden so mit ihrer Kaufkraft in das ECE abgesaugt.  Sind das die Chancen für das strahlende Singen ? Verkehrsmäßig wird das ECE so gar kein Probleme machen, da die meisten ECE Kunden bisher nur andere Geschäfte in der Innenstadt besucht haben. Somit ist es völlig egal wer dieses Gutachten bezahlt hat. Interessiert die ECE –Befürworter  in Singen sowieso nicht. Risiken für die Innenstadt werden schlichtweg ignoriert oder weggelogen.

Wie wird Sport – Müller aus der Wäsche schauen wird wenn dieses sehr leistungsfähige Unternehmen bis zu 80  % seines Umsatzes an ECE verloren hat ? Alles kein Problem, oder ?

Herr Janko von ECE lehnte es strikt ab zur wirklichen Größe des ECE eine Aussage zu treffen, wohl wissend was das für die Innenstadt bedeutet. Je größer das ECE, desto mehr Umsatz wird vom bestehenden Handel in das Center reingesaugt und dadurch die (in einer Studie der Hafenuniversität Hamburg Studie nachgewiesen) zu erwartenden Schäden an der Singener Innenstadt verursachen. Fakt ist, so wurde am Rande der Veranstaltung bekannt, wird die überbaute Fläche des ECE 11.000 m² des ECE betragen ! Bei mindestens 3 Vollgeschossen sind das bis zu ca. 30.000 qm2 Mietfläche. Das ist der eigentliche Angriff auf die City, die schiere Größe führt so zu einer Vergrößerung der Innenstadt und eine Verlagerung der Fußgängerzone in das neue ECE.   Ja, diese Vorgehensweise ist unfair, wird leider kommunalpolitisch flankiert und erinnert an den Spitzensport. Derartige Praktiken sind dort allerdings verboten, darf doch ein Schwergewichtler keinesfalls auf ein Leichtgewicht einprügeln.

 

Tatsächlich ist der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vorzuwerfen, viele Millionen an ECE zu verschenken. Verkauft doch OB Häusler die Übernahme der Kosten für die Gestaltung des Bahnhofvorplatzes als Beitrag für eine Strahlende Zukunft mit ECE ! Allerdings werden die Millionen aus dem Verkauf des Zollareals und eines Teiles der Thurgauerstrasse an ECE dafür auch nicht reichen.

Gleichzeitig wird  bei einer Anhörung zur Bebauung des Scheffelareals vom OB behauptet, dass die Stadt kein Geld hat um sozialen Wohnungsbau zu betreiben. Das ist der eigentliche Skandal ! Sollen auf dem Scheffelareal und anderen Brachflächen in der Innenstadt nur noch Luxus- Eigentumswohnungen für Gutbetuchte  und nicht benötigte Einzelhandelsflächen gebaut werden ? Wer Millionengeschenke an Konzerne macht und für Sozialwohnungen kein Geld hat sollte sich endlich darauf besinnen wer ihn eigentlich gewählt hat.  Deshalb bitte am 17.07.2016 wählen gehen.  Wer weiss, vielleicht gewinnt David ?