Was hat denn eigentlich die GVV mit dem ECE zu tun?

Die eigentlichen Insolvenzgründe der GVV sind am 8.3.2016 vom Insolvenzverwalter unter www.bundesanzeiger.de veröffentlicht worden, interessiert in Singen nur keinen.
„ Die Gesellschaft befand sich auch im Jahre 2014 fortwährend in einer Ertragskrise. Die Liquiditätslage der Gesellschaft war aufgrund auslaufender Kreditlinien bereits zum Jahreswechsel 2013/2014 in hohem Maße angespannt. Um jedoch die Erstellung eines Sanierungskonzepts zu ermöglichen konnte die damalige Geschäftsleitung zunächst Verlängerungen bzw. Stundungen der auslaufenden Kreditlinien erreichen. Das Sanierungskonzept wurde den beteiligten Kreditinstituten sodann Anfang des 2. Quartals 2014 vorgelegt. Im Zuge der Umsetzung kam es jedoch im Sommer 2014 zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Gesellschaft und ihrer Hausbank. Gegenstand der Auseinandersetzung waren und sind wechselseitige Ansprüche aus Derivatgeschäften. Hierdurch bedingt gerieten die Verhandlungen über eine zukünftig tragfähige Refinanzierung des Unternehmens ins Stocken. In der Folge konnte die Geschäftsleitung zwar hinsichtlich einer im August 2014 auslaufenden Kreditlinie über TEUR 6.800 zunächst ein Stilhalteabkommen mit dem betreffenden Kreditinstitut bis zum 30.09.2014 erreichen, allerdings gelang es bis zum Ablauf dieser Frist am 30.09.2014 nicht eine Refinanzierung dieser Kreditlinie zu erreichen. Weder die Hausbank noch andere Kreditinstitute waren, vor dem Hintergrund der bestehenden Unsicherheit hinsichtlich der Derivatgeschäfte, zu einer Umfinanzierung dieser ausgelaufenen Kreditlinie bereit.“

Letztlich hat die Hausbank so vor dem Hintergrund der Millionenverluste aus den Derivatgeschäften im Schweizer Franken die Umschuldung der Kunsthallenkredite mit 6,8 Mio. zum Scheitern gebracht, so der Insolvenzverwalter. Der Insolvenzverwalter hat das getan, was die Geschäftsführung der GVV leider nicht tat, (vielleicht auch nicht tun durfte, wegen Personalunion in den Aufsichtsräten beider Unternehmen??): Den Streit mit der Hausbank juristisch führen und alle Forderungen der Hausbank aus den unmöglichen Derivatgeschäften bestreiten und Schadenersatz fordern! Jetzt versucht der Insolvenzverwalter offenbar Schadensersatzansprüche gegen die Hausbank wegen der Vermittlung der Derivatgeschäfte durchzusetzen. Nicht nur Juristen wissen, dass bei unsachgemäßer Aufklärung über die Risiken bei Vermittlung von Derivatgeschäften Schadensersatzpflichten der Banken bestehen. Sollte er die Auseinandersetzung (wovon ausgegangen werden kann) gewinnen wäre die Insolvenz der GVV nicht nur im Hinblick der Kunsthallenarealkredite völlig sinnlos gewesen! Und diese Kredite ist die GVV ausschließlich wegen der ECE eingegangen. Das wissen in Singen viele, halten nur öffentlich den Mund!

Deshalb am 17.07.2016: NEIN zum ECE ! Jeder Stimmzettel wird so zum Denkzettel!

 

Autor: Peter Mannherz