Was passiert, wenn nichts passiert?

Dieses von der Stadt Singen bestellte und bezahlte BBE-Gutachten malt Horrorszenarien an die Wand, wie den Untergang des stationären Einzelhandels durch den Onlinehandel und die Bedrohung durch den Handel in den Umlandstädten. Ohne Lottogewinn „ECE“ als Leuchtturm mit Strahlkraft auf über 11.000 qm überbauter Fläche ist der Untergang des Singener Einzelhandels gewiss. Das erinnert an die unlängst in der ARD ausgestrahlte Sendung „Im Land der Lügen“, wie in Politik und Wirtschaft mit Zahlen und Statistiken manipuliert werden. Prof. Gigerenzer, ehemals Professor für Bildungsforschung Uni Konstanz führte neben anderen aus, es kommt eben immer darauf an, aus welcher Warte ein Thema beleuchtet wird.
Immer wieder wird als Rechtfertigung des Durchwinkens der Pläne von ECE in Singen der Untergang des stationären innerstädtischen Handels und durch “E-Commerce“ als Horror-Szenario und Super-GAU als die Wand gemalt und der Normalbürger verängstigt. Es soll ja nicht nur Gemeinderäte geben, die das blind glauben „Entweder Oder“, entweder ECE oder Untergang, dazwischen scheint es nichts zu geben. Im Handelsjournal vom Juni 2016 steht allerdings ganz klar, dass die „Wachstumsgrenzen des Onlinehandels in Sicht sind“! Dazu bedarf es keines Leuchtturm mit Strahlkraft in Singen. Die Wachstumsraten der vergangenen Jahren im Online-Handel zeigen bereits jetzt eine nachlassende Dynamik und sollen lt. Studie der GFK bereits schon 2021, also in nur 5 Jahren, eine spürbare Marktsättigung aufzeigen. Der Bereich Mode und Lifestyle ist sogar mit Marktanteilen von 25 % jetzt und 24 % in 2025 stabil! Bis dahin wird es noch tektonische Verlagerungen in Produktbereichen geben, die bislang eher vernachlässigt wurden. Es wird also eine Verschmelzung des stationären Handels mit dem Internet geben. Und das auch im Bereich der kleineren familiengeführte Familienunternehmen. Grosse Einzelhandelsketten werden sich wegen der spürbaren Zunahme ihres florierenden Onlinegeschäftes aus Einkaufszentren wie dem geplanten ECE stark zurückziehen.
Noch ein Beweis dafür, wie geschickt Marketing mittels einseitiger Interpretation von Markttendenzen gemacht wird und dass es beim ECE einzig und ausschließlich darum geht zu Ungunsten des bestehenden örtlichen Einzelhandels deren Zukunftsfähigkeit zu bestreiten und ein Exempel zu statuieren um deren jetzige Umsätze in das ECE zu saugen. Während meiner Ausbildung in Statistik bläute uns die Dozentin immer ein dass wir nur den Statistiken glauben sollen die wir selbst erstellt und interpretiert haben. Hier soll eine ganze Stadt mit ihrem sehr gut funktionierenden Einzelhandel über den Tisch gezogen werden und die Mehrheit ihrer Repräsentationen weigert sich das wahr zu nehmen. Das ist sehr schade.

Deshalb: NEIN zum ECE am 17. Juli

 

Die komplette GFK Studie finden Sie hier