Für Singen – Die Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung eines ECE-Centers in der geplanten Größe

Wir sind eine Gruppe verantwortungsvoller Singener Bürger und Händler, die sich für die Zukunft ihrer Stadt einsetzen.

Am 13.11.2015 gründete sich erneut eine Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung eines ECE-Centers in der geplanten Größe. Unter der Koordination von Regina Henke, Singener Bürgerin, will die Initiative die unterschiedlichen Stimmen gegen das ECE-Center bündeln und den Bürgern ein Forum zu diesem Thema bieten. Zu einem ersten Treffen sind interessierte und engagierte Bürger am 18.12.2015 um 19.30 in der Stadthalle herzlich eingeladen.

Warum haben wir uns gegründet?

  • Weder seitens der Stadt noch seitens der Bürger kam jemals der Wunsch nach einem Center auf. Die Diskussion kam durch die ECE in Gang, die nach lukrativen Investitionsobjekten sucht. Der gesamte Planungsprozess resultierte nicht aus Bedürfnissen der Stadt oder ihrer Bürger, sondern aus den Bedürfnissen eines Großinvestors.
  • Welche „Probleme“ hat diese Stadt? Sicher nicht das Problem von zu wenig Einzelhandelsfläche. Bei genauerer Betrachtung, besteht das Problem lediglich in einem (aufgrund Entmietung und Desinvestition) maroden Gebäudes am Bahnhof. Ein 16.000 qm Center über zwei Straßenzüge hinweg wäre darauf sicher nicht die richtige Lösung, sondern völlig überzogen!
  • Hätten wir den Planungsprozess auch, wenn der Holzer-Bau schön gestrichen und mit Geschäften ausgestattet wäre?
  • Die Investitions-Absicht der ECE ist Ausdruck der verzweifelten Suche von Großinvestoren nach lukrativen Anlagemöglichkeiten. Center versprechen eine hohe Rendite für die Investoren. Ein Center lohnt sich für den Investor. Aber die Stadt legt unterm Strich dabei drauf.
  • Der Kaufkraftzuwachs bedient sich der Annahme, dass viele Schweizer zusätzlich nach Singen zum Einkaufen kommen. Dies ist aber stark abhängig vom Frankenkurs. Eine Investition, die auf lange Sicht Einfluss auf die Stadt nimmt an einer kurzfristigen Annahme auszurichten, ist für nachfolgende Generationen in Singen ein Bärendienst.
  • Es ist Unsinn, auf die vermeintliche Überlegenheit von KN zu schauen. Die Städte sind nicht vergleichbar.
  • Singen hat schon alles und vor allem mehr als genügend Verkaufsfläche. Wer jetzt ein Center baut, kommt zu spät.
  • Selbst unter der Annahme, dass deutlich mehr Umsatz in Singen generiert wird, hat die Stadt Singen und die Bevölkerung nichts davon. Arbeitsplätze werden abgebaut und Steuereinnahmen fließen aus der Stadt. („Wirkung innerstädtischer Einkaufszentren auf die Stadtwirtschaft in Mittelzentren – Beispiel: ECE Stadtgalerie Hameln“, S. 51 ff.)
  • Steuern: Der Nettoertrag der Filialen sowie die Steuern hierauf werden immer am Ort der jeweiligen Zentrale verbucht. Wegen der geringen Personalkosten in den Filialen fällt auch die Gewerbesteuerzuweisung im Verhältnis zur Gewerbesteuerzahlung des gesamten Filialunternehmens niedrig aus. („Wirkung innerstädtischer Einkaufszentren auf die Stadtwirtschaft in Mittelzentren – Beispiel: ECE Stadtgalerie Hameln“, S. 51 ff.)
  • Vollzeitstellen weichen Teilzeitstellen
  • Quadratmeterumsätze im innerstädtischen Handel Singens sind unterdurchschnittlich. D.h. es besteht kein Bedarf an Flächen, bzw. die vorhandenen könnten noch mehr Umsatz „verkraften“. Umgekehrt würden Umsatzverluste diese Geschäfte umso härter treffen.
  • Center gelten mittlerweile als nicht mehr zeitgemäß. In den USA stehen bereits über 500 Center leer.
  • Center wollen den Umsatz bei SICH und nirgendwo sonst (vgl. Pump Uhlmann, “Wieviel Shopping-Center verträgt die Stadt?”). Ein Center dieser Größenordnung ist autark und saugt Umsatz aus der Stadt ab.
  • Erhöhung der Passantenfrequenz erstreckt sich auf einen Radius von max. 200 Metern um ein Center. Weiter weg sinkt die Frequenz drastisch.
  • Umverteilungsprozesse innerhalb der Stadt sind zu erwarten: Drogeriemarkt Müller, New Yorker, C&A u.v.a.m. ziehen wahrscheinlich ins Center. Die entstehenden Leerstände lassen sich kaum mehr füllen.
  • Der unsinnige Flächenwahnsinn treibt die Städte zu einem Rüstungswettlauf der Verkaufsquadratmeter. Angesichts eines weiterhin stark steigenden Online-Anteils muss dies früher oder später ins Leere führen.
  • Wohnraum ist knapp und wird künftig noch knapper. Ein unnötiger Konsumtempel, in einer Stadt, die schon so viel Verkaufsfläche hat, kann darauf keine Antwort sein. Dies ist keine „Stadtentwicklung“ im Sinne der Allgemeinheit!
  • Wohnraum funktioniert: Siehe Kasernenhöfe in Rzell (60% bereits vermietet – Stand 15.10.2015). Wo ist die eigene Planung der Stadt? Wo ist der Plan B? Wo die eigene Kreativität? Die Stadt macht es sich leicht, einfach nur die Pläne eines Großinvestors abzunicken.
  • Es wird Zeit, dass wir endlich den Planungsprozess öffnen für alternative Lösungen, statt einseitiger Fixierung auf Centerplanung!
  • Wir bekommen einen neuen Bahnhofsvorplatz und beseitigen den „Schandfleck Holzer-Bau“ und bezahlen dafür einen hohen Preis: Verlust inhabergeführter Geschäfte, Leerstände an anderer Stelle, Arbeitsplätze, etc.
  • Wir wollen Vielfalt und Urbanität statt Einheitsbrei.
  • Der jetzige Zustand der Innenstadt ist Ausdruck jahrzehntelanger Investitionszurückhaltung der Stadt.
  • Der jetzige Zustand des Holzer-Baus ist verursacht durch Investitionsstopp der Eigentümer aufgrund der Optionsverträge mit der ECE.
  • Die Erneuerung des Bahnhofsplatzes an die Realisierung des Centers zu knüpfen, ist Ausdruck klammer städtischer Kassen (siehe GVV) und mangelnder eigener Initiative.
  • Der Kaufkraftzuwachs bedient sich der Annahme, dass viele Schweizer zusätzlich nach Singen zum Einkaufen kommen. Dies ist aber stark abhängig vom Frankenkurs. Eine Investition, die auf lange Sicht Einfluss auf die Stadt nimmt an einer kurzfristigen Annahme auszurichten, ist für nachfolgende Generationen in Singen ein Bärendienst.
  • Diese Liste lässt sich bis ins unermessliche weiterführen
Erstes öffentliches Treffen der Bürgerinitiative "FÜR SINGEN" am 18.12.2015

Erstes öffentliches Treffen der Bürgerinitiative “FÜR SINGEN” am 18.12.2015